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Authentizität

Authentizität

Authentisch Präsentieren: Spiegelung der Selbst- und Fremdwahrnehmung In diesem vorerst letztem Teil der Serie, geht es darum einmal hinter die Kulissen der Wahrnehmung zu schauen und zu verstehen, was eigentlich in unserem Kopf und dem unseres Zuschauers passiert während wir präsentieren. Selbst- und Fremdwahrnehmung ist immer 

Atmung & Stimme

Atmung & Stimme

Atmung & Stimme

Welche Rolle spielt die Stimme beim Präsentieren und welchen Einfluss hat die Atmung auf die Stimme?
Wie werden wir “besser gehört” und wie kann das unsere Präsentation verbessern?

  • Atmung kommt vor Stimme
  • Sprache transportiert sich über Emotion

Die Stimme ist ein “Muskel”

Wir alle sprechen jeden Tag. Unterschiedlich lang, unterschiedlich laut, unterschiedlich schnell und in unterschiedlichen Tonlagen. Aber anders als bei einer Präsentation sprechen wir meist ohne dabei auf unsere Stimme zu achten.

Aus diesem Grund wird die Stimme oft unterschätzt und zu wenig oder gar nicht trainiert. Das ist verwunderlich, denn kein Mensch würde spontan einen Marathon laufen, nur weil er laufen kann und auch jeden Tag zum Bäcker geht.

Und die Stimme ist genau so ein “Muskel”, sinnbildlich gesprochen. Es werden aber in der Tat sehr viele unterschiedliche Muskeln und Muskelgruppen beim Sprechen benötigt, vom Zwerchfell über die Stimmlippen bis zur Kiefermuskulatur. Und genau wie beim Marathonlauf brauchen diese Muskeln Training um bei einem langen oder anspruchsvollen Einsatz entsprechend leistungsfähig zu sein.

Stimme braucht Atem

Wie beim Sport, ist die wichtigste Grundlage beim Sprechen die Atmung. Nur mit der richtigen Atmung werden die “Sprech-Muskeln” optimal mit Sauerstoff versorgt und die Stimme kann das volle Volumen und die richtigePräsenz entfalten. Die Atmung als Grundlage für die Stimme sollte daher ebenso oft und intensiv trainiert werden wie die Stimme selbst.

Hier ist eine einfache Übung: Stellen Sie gerade und entspannt hin und pressen Sie mit einem tonlosen “Ffffff” die Luft vollständig aus der Lunge. Verharren sie 1-2 Sekunden mit “entleerter” Lunge und entspannen dann alle Muskeln, damit die Luft wieder in die Lunge strömen kann. Wiederholen Sie diese Übung ein paar Mal und atmen Sie danach langsam, ruhig und tief ein und aus.

Das “Fundament” der Stimme ist das Zwerchfell. Die Stimme sollte immer vom Zwerchfell “gestützt” sein. Das führt dann zur sogenannten “Bauchstimme”, im Gegensatz zur “Kopfstimme”. Die Bauchstimme ist in der Regel tiefer, entspannter, voluminöser und damit präsenter als die enge, hohe und oft dünne Kopfstimme.

Eine einfache Übung die eigene Bauchstimme zu hören und zu spüren, ist es sich gerade und entspannt hinzustellen, eine Hand auf das Zwerchfell zu legen und ohne Druck ganz entspannt ein wohliges “Mmmmm…” zu summen. Diese Übung eignet sich auch gut um das Zwerchfell zu entspannen, beispielsweise vor einer Präsentation.

Das Thema Atmung und Stimme ist sehr umfangreich und komplex. Und in diesem kurzen Artikel ist es unmöglich auf alle Aspekte im Detail einzugehen. Stimme und Atmung brauchen langes und möglichst tägliches Training, einCoaching kann hier sinnvolle Hilfestellung für dieses Training und die Verbesserung der eigenen Atmung und Stimme bringen.

Prosodie, die Melodie der Stimme

Ein wichtiger Aspekt der Stimme, insbesondere bei Präsentationen, ist der Tonhöhenverlauf beziehungsweise die Intonation, die sogenannte Prosodie. Diese “Melodie der Stimme” beim Sprechen wirkt im Zusammenspiel mit dem Inhalt, also der Bedeutung der Worte.

Sie ermöglicht uns das Gesprochene emotional zu bewerten, zum Beispiel Ironie zu verstehen, die erst durch die Prosodie kommuniziert wird, weil die Melodie eine gegenteilige Emotion kommuniziert, als die Bedeutung der Worte suggerieren.

Erst durch die Prosodie, also durch die “Emotionalisierung der gesprochenen Worte”, entsteht Kommunikation. Entsprechend entscheiden wir als Zuhörer ob die Bedeutung der Worte bei uns nachhaltig Wirkung erzeugen und gespeichert werden.

Im Gegensatz zu vielen Chefs die immer noch dem Irrglauben anhängen Lautstärke wäre das Mittel um denZuhörer zu erreichen, kann eine gut eingesetzte Prosodie dazu beitragen die eigenen Inhalte der Präsentationen nachhaltig zu verankern.

Parasprache als Beziehungsaspekt

Dazu trägt auch ein weiterer wichtiger Aspekt der Sprache bei, die Parasprache. Auch die Parasprache setzt sich mit dem emotionalen Anteil von Sprache und Stimme auseinander, sie ist der sogenannte “Beziehungsaspekt”.

Als Parasprache werden alle die Sprache begleitenden vokalen Mittel bezeichnet, die für die Kommunikation von Bedeutung sind. Dazu gehört der Tonfall, die Lautstärke, gefüllte (äh…) und ungefüllte Pausen, Lachen, Seufzen, Dialekt und so weiter…

Eine Diskrepanz zwischen dem Inhalt (gesprochenes Wort) und dem Beziehungsaspekt (Parasprache, aber auchKörpersprache), trägt dazu bei, dass der Zuhörer und Zuschauer sich immer intuitiv für den emotionalen Teilentscheidet. Wir “glauben” also der Körpersprache und der Parasprache & Prosodie mehr als dem reinen Inhalt des Gesagten.

Was bedeutet das für meine Präsentation?

Trainieren Sie Ihre Atmung und Ihre Stimme, am besten mit einem Coach. Ihre Stimme ist Ihr Instrument und das Fundament Ihrer Präsentation. Wenn es die Größe des Raums zulässt, sprechen Sie ohne Mikrophon mit gestützter Stimme.

Achten Sie auf Ihre Parasprache und die Prosodie beim Sprechen. Hören Sie beim Üben Ihrer Rede oder Präsentation mit einem Ohr auf die versteckten Laute wie “Äh…”, Seufzen, Schmatzen und so weiter, nehmen Sie sich gegebenenfalls auf Video oder Audio auf. Setzen Sie den Tonhöhenverlauf beim Sprechen bewusst ein, lassen Sie den Zuhörer das Komma, den Punkt und das Ausrufezeichen bewusst hören.

Fazit: Nutzen Sie die Möglichkeiten Ihre Atmung und Ihre Stimme für eine bessere Präsentation.
 Ein gutes und regelmäßiges Training ist die Voraussetzung für eine gute Performance. Eine trainierte Atmung und Stimme sind die Pflicht, eine bewusst eingesetzte Parasprache und Prosodie die Kür.

Rhetorik

Rhetorik

Rhetorik: Mein Gegenüber durch Argumente überzeugen! Wie kann ich mit rhetorischen Mitteln meine Inhalte besser vermitteln? Welche Rolle spielt Rhetorik im Gesamtkontext meiner Präsentation? Weniger ist mehr Pausen machen den Rhythmus Was ist Rhetorik? Als “Kunst der Rede” stellt die Rhetorik die Mittel bereit Ihre 

Körpersprache

Körpersprache

Körpersprache: Worauf kommt es an? Was genau ist Körpersprache und was hat das mit meiner Präsentation zu tun? Wie wichtig ist Körpersprache und wie steuere ich sie? Hier zunächst zwei grundlegende Fakten zur Körpersprache: Körpersprache ist wichtiger als das gesprochene Wort. Die Wahrnehmung von Körpersprache 

WIE vor WAS

WIE vor WAS

WIE vor WAS

Wie kann ich eine Präsentation, einen Vortrag oder eine Rede wirkungsvoller gestalten?
Wie erreiche ich mein Publikum, so dass die Inhalte die ich transportieren möchte beim Zuschauer ankommen?

In diesen zwei Fragen stecken zwei besonders wichtige Worte:

  • das Wort WIE, denn das WIE ist wichtiger als das WAS. Dazu gleich mehr.
  • das Wort ZUSCHAUER, denn der vermeintliche ZuHÖRER ist vor allem ein ZuSCHAUER. Das hängt damit zusammen wie unsere Wahrnehmung funktioniert.

Was ist WAHRNEHMUNG?

Vereinfacht gesagt, ist die Wahrnehmung unserer Aussenwelt die Summe der Informationen die wir über unsere Sinne, die sogenannten Exterorezeptoren, also Gesichts-, Gehör-, Geruchssinn u.a. wahrnehmen.

Wahrnehmung entsteht also über die Datensammlung unserer Sinne. Dabei ist entscheidend wie viele Daten über welchem Sinn aufgenommen werden:

Sinnesorgan Bandbreite (Bit/Sek)
Auge 10.000.000
Haut 1.000.000
Ohr 100.000
Nase 100
Geschmack 10

 

Betrachten wir die grobe Aufteilung der verschiedenen Sinne, fällt sofort eins auf: das Verhältnis Auge zu Ohr ist 100:1. Wir nehmen also in der gleichen Zeit 100x mehr Informationen über das Auge auf, als über das Ohr.

Was bedeutet das? Wenn wir Menschen auf der Bühne zuschauen und ihrem Vortrag zuhören, sind wir 100x mehr ZuSCHAUER als ZuHÖRER!

Damit kommen wir zum anderen wichtigen Wort, dem WIE.

Interessanterweise legen die meisten Menschen beim Erstellen ihrer Präsentation und dem Vorbereiten ihres Vortrags die Priorität auf das WAS und nicht auf das WIE.

Denken Sie mal an den letzten Werbespot im Fernsehen an den Sie sich erinnern. An was erinnern Sie sich da? An ein Bild oder einen Satz? Also an das WAS oder an das WIE? Unser Hirn speichert Informationen bevorzugt also visuelle Information, also in Form von Bildern und kann diese weitaus länger und schneller abrufen als abstrakte akustische Informationen in Form von Worten oder Sätzen.

Was bedeutet das für meine Präsentation?

Das WIE ist entscheidend dafür OB die Zuschauer die Inhalte speichern und WIE sie diese Inhalte speichern. Stellen Sie sich Martin Luther King Jr. oder den Dalai Lama vor. In beiden Fällen können Sie vielleicht nur ein paar Worte oder Sätze zitieren, fest eingebrannt ist aber das Bild dieser Personen und die damit verbundene positive Assoziation ihrer Persönlichkeit.

Wenn wir nun wissen, dass die Wahrnehmung über das Auge 100x mehr Informationen aufnimmt als über das Ohr, das WIE der Präsentation also wichtiger ist als das WAS, welche Konsequenz hat das für die Form der Präsentation?

Betrachten wir wie sich dieses WIE eigentlich zusammensetzt:

  • Körpersprache
  • Stimme
  • Rhetorik

Das Zusammenspiel dieser drei Komponenten ist maßgeblich für das WIE einer Präsentation verantwortlich.

TIPP: Achten Sie darauf WIE Ihre Körpersprache, Ihre Stimme und Ihre Rhetorik ist. Und zwar in dieser Reihenfolge. Nehmen Sie sich auf Video auf, fragen Sie Kollegen und Freunde nach Feedback und schreiben Sie Ihre Selbstwahrnehmung auf der Bühne auf.

Mehr zu diesen Themen erfahren Sie in den nächsten Teilen dieser Serie zum Thema “Besser Präsentieren”. Im nächsten Teil geht es um das Thema “Körpersprache” und wie wir diese Form der nonverbalen Kommunikation für eine bessere Präsentation nutzen können.

Fazit: WIE vor WAS!

Merken Sie sich für Ihre Präsentation: WIE vor WAS! Achten Sie in der Vorbereitung und bei der Ausführung darauf WIE Sie sich und Ihre Inhalte präsentieren und erst dann WAS Sie präsentieren.